Wir verstehen Leistungsbewertung als Teil unseres Bildungs- und Erziehungsauftrags und gestalten sie lernförderlich, kompetenzorientiert und transparent. Maßstab sind die Vorgaben des Landes NRW sowie unsere schulinternen Absprachen; gleichzeitig berücksichtigen wir die individuellen Lernvoraussetzungen unserer Kinder in einem Standorttyp-4-Kontext. Wir sichern Vergleichbarkeit, indem wir schulweit einheitliche Kriterien zur Leistungsermittlung und Leistungsbewertung festlegen und verbindliche Vereinbarungen zur Gewichtung schriftlicher, mündlicher und sonstiger Leistungen treffen. Leistungsbewertung dient bei uns der Diagnose des Lernstands, der Kontrolle von Lernerfolgen und der gezielten Steuerung weiterer Lernprozesse. Dabei legen wir Wert auf eine ermutigende Rückmeldekultur: Wir benennen Stärken, formulieren Entwicklungsbereiche als nächste Lernschritte und würdigen Anstrengungsbereitschaft sowie Lernfortschritt. Kinder und Eltern informieren wir regelmäßig über den aktuellen Leistungsstand; unsere Kriterien sind bekannt und werden altersangemessen erläutert.

 

In der Schuleingangsphase (Klassen 1/2) beschreiben wir Leistungen grundsätzlich ohne Ziffernnoten. Wir arbeiten mit Kompetenzrastern und Beobachtungsbögen und nutzen Lernentwicklungsberichte, Portfolios, Lerntagebücher und Förderpläne, um Lernwege und Lernstände fortlaufend zu dokumentieren. Unsere Rückmeldungen gestalten wir kindgerecht (z. B. über Symbole, Ampelsysteme oder Kompetenzstufen), damit Kinder verstehen, was sie bereits sicher können und woran sie weiterarbeiten. Zur Vorbereitung auf die Ziffernnoten in Klasse 3 nutzen wir spätestens ab der zweiten Jahreshälfte der Klasse 2 ein einheitliches, vierstufiges Symbolsystem der „wachsenden Pflanze“. Dies dient der transparenten Rückmeldung über den Grad der Zielerreichung bezogen auf die anforderungsbezogenen Kriterien. Vor dem Übergang in Klasse 3 können darüber hinaus einzelne Leistungen ergänzend mit Ziffernnoten gekennzeichnet werden, um Kinder behutsam an Noten heranzuführen, ohne den Schwerpunkt der entwicklungsorientierten Rückmeldung zu verlassen.

 

 

 

In den Klassen 3/4 bewerten wir Leistungen in der Regel mit Ziffernnoten (sofern kein abweichender Beschluss der Schulkonferenz besteht). Die Gesamtnote umfasst schriftliche, mündliche und praktische Leistungen und berücksichtigt außerdem Anstrengungsbereitschaft und Lernfortschritt. Unsere Bewertung bleibt kompetenzorientiert und richtet sich nach den Kernlehrplänen sowie unseren schulinternen Lehrplänen und Fachkonzepten.

Schulweit gilt: Grundlage der Leistungsbewertung sind alle im Unterricht erbrachten Leistungen. Hausaufgaben dienen vor allem der Übung und Vorbereitung; wir berücksichtigen sie im Sinne von Zuverlässigkeit und Sorgfalt. Wir stützen Bewertungen auf schriftliche, mündliche und praktische Leistungsanteile und beziehen die erkennbare Anstrengungsbereitschaft sowie den Lernfortschritt pädagogisch begründet ein. Rückmeldungen geben wir regelmäßig und für Kinder verständlich, mündlich und schriftlich, auch über Lerndialoge, Portfolios und weitere Dokumentationsformen.

 

Für Klassenarbeiten und Lernzielkontrollen ab Klasse 3 sichern wir schulweit Vergleichbarkeit: Anzahl und besondere Formate (z. B. Grundteil/Zusatzteil) sind in den Fachkonzepten geregelt und in einer Gesamtübersicht gebündelt. Für alle Arbeiten, die mit Punkten bewertet und in Prozent ausgewertet werden, gilt bei uns ein verbindlicher Prozentschlüssel: „sehr gut“ 100–95 %, „gut“ 94–81 %, „befriedigend“ 80–67 %, „ausreichend“ 66–50 %, „mangelhaft“ 49–20 %, „ungenügend“ 19–0 %. Wir halten ausdrücklich fest: Wer die grundlegenden Anforderungen erreicht (67 %), erhält die Note „befriedigend“. Der Bereich um ca. 45–55 % markiert in der Praxis die relevante Grenze zwischen „ausreichend“ und „mangelhaft“. Abweichungen von diesem Schlüssel sind nur möglich, wenn sie fachlich begründet im Fachkonzept verankert und anschließend in den zuständigen Gremien (Fach-/Lehrkräfte- und Schulkonferenz) abgestimmt werden.

In besonderen Situationen handeln wir verbindlich und fair: Bei entschuldigtem Fehlen lassen wir eine Leistung nach pädagogischem Ermessen nachholen oder ersetzen sie durch eine gleichwertige Leistungsform. Bei Täuschungsversuchen entscheidet die Fachlehrkraft über die Wertung (vollständig, teilweise oder „ungenügend“) und ordnet bei Bedarf eine Wiederholung an.

 

Leistungsbewertung ist bei uns eng mit Diagnostik und Förderung verzahnt. Wir verstehen Diagnostik, Förderplanung und Leistungsrückmeldung als Kreislauf: Wir nutzen standardisierte Verfahren (z. B. Lesetests, Rechtschreibdiagnostik) und kontinuierliche Beobachtung – insbesondere auch in offenen Lernformen –, dokumentieren Ergebnisse in Lerndialogen und Förderplänen, leiten daraus individuelle Förderziele ab und setzen Förderung über binnendifferenzierte Aufgaben, Fördergruppen und Forderangebote um. Dabei binden wir unsere sozialpädagogische Fachkraft und bei Bedarf externe Partner ein. Durch regelmäßige Rückmeldungen prüfen wir die Wirksamkeit der Maßnahmen und passen Förderung an, sodass Bewertung konsequent als Unterstützung weiterer Lernentwicklung wirkt.

 

Wir setzen Nachteilsausgleich dort ein, wo Kinder aufgrund besonderer Unterstützungsbedarfe Barrieren beim Zeigen ihrer Kompetenzen haben. Mögliche Maßnahmen sind z. B. zusätzliche Bearbeitungszeit, alternative Darstellungsformen oder ein ruhiger Arbeitsraum. Wir dokumentieren Nachteilsausgleiche schriftlich und besprechen sie mit Eltern und Kindern. Dabei bleibt für uns verbindlich: Nachteilsausgleich verändert nicht die inhaltlichen Anforderungen, sondern ermöglicht eine faire Leistungserbringung.

 

Um Leistung breit und kompetenzorientiert zu erfassen, arbeiten wir in allen Fächern mit fächerübergreifend vergleichbaren Bewertungskategorien, die in den Fachkonzepten konkretisiert werden. Zu den mündlichen Leistungen zählen u. a. Unterrichtsbeiträge, Präsentationen, Rechen-/Lerndialoge, Gesprächsbeiträge im Klassenrat, Reflexionen und der Gebrauch von Fachsprache. Schriftliche Leistungen umfassen neben Klassenarbeiten und Lernzielkontrollen auch Tests, Protokolle, Lerntagebücher, Lapbooks, Portfolios und digitale Produkte. Praktische Leistungen zeigen sich z. B. in Experimenten, künstlerischen Produkten, sportlichen Leistungen, Projekten und ebenfalls digitalen Produkten. Zusätzlich berücksichtigen wir Anstrengungsbereitschaft und Lernfortschritt (z. B. Zuverlässigkeit, Arbeitsorganisation, Durchhaltevermögen, Fehlerkultur und die Nutzung von Rückmeldungen).

 

Die fachspezifischen Regelungen sind in unseren Fachkonzepten verbindlich beschrieben. Im Überblick halten wir fest: In Deutsch bilden wir die Note aus den Bereichen Sprachgebrauch, Rechtschreiben und Lesen. Dazu sind mehrere Klassenarbeiten pro Halbjahr in „Richtig schreiben“ und „Texte verfassen“ vorgesehen und nach dem schulweiten Prozentschlüssel zu bewerten. In Mathematik wird die Zeugnisnote als Kombination aus schriftlichen sowie mündlich/praktischen Leistungen und der Dimension Anstrengung/Fortschritt gebildet. Es sind mindestens drei Klassenarbeiten pro Halbjahr vorgesehen, in der Regel als Grundteil und Zusatzteil, ebenfalls nach dem Prozentschlüssel bewertet. Im Sachunterricht berücksichtigen wir mündliche, schriftliche und praktische Leistungen einschließlich Anstrengung/Lernfortschritt mit starkem Bezug zu Experimenten, Projekten und digitalen Produkten. In Englisch setzen wir den Schwerpunkt deutlich auf die mündliche Mitarbeit. Schriftliche Lernzielkontrollen dienen vor allem der Beobachtung, bleiben kurz und werden nicht als ziffernbenotete Leistungsnachweise verstanden. Orthografie berücksichtigen wir nur mit Wortvorlage. In Kunst liegt der Schwerpunkt auf praktischen Leistungen. Bewertet werden u. a. Einfallsreichtum, Ausdruck, Materialumgang und Kooperation. In evangelischer und katholischer Religion bewerten wir nicht die Glaubensüberzeugung, sondern die Qualität, Quantität und Kontinuität der Beiträge in mündlichen, schriftlichen und praktischen Arbeitsformen. Die Kompetenzentwicklung in unterschiedlichen Anforderungsbereichen wird berücksichtigt. Für Musik, Sport und weitere Fächer gelten die jeweiligen fachspezifischen Kriterien und Gewichtungen gemäß Fachkonzepten. Anstrengung und Lernfortschritt werden auch dort angemessen einbezogen.

 

Wir sichern Transparenz systematisch: Kindern machen wir Kriterien und Beispiele der Leistungsbewertung altersangemessen sichtbar (z. B. über Kriterienkarten, Plakate oder Kompetenzraster). Eltern informieren wir über Elternabende, Elternbriefe, digitale Kommunikationswege der Schule sowie über Lernentwicklungs- und Zeugnisgespräche. Unsere Rückmeldungen sind wertschätzend, konkret und lösungsorientiert und eröffnen klare nächste Schritte.

 

 

Die Weiterentwicklung unseres Leistungskonzepts ist verbindlich organisiert: Unsere Fachschaften überprüfen die fachspezifischen Regelungen mindestens jährlich in den Fachkonferenzen und passen sie bei Bedarf an (z. B. aufgrund neuer Vorgaben oder schuleigener Evaluation). Änderungen werden in der Fachkonferenz beraten, in der Lehrkräftekonferenz abgestimmt und – soweit erforderlich – in der Schulkonferenz beschlossen. Der schulweite Prozentschlüssel bleibt verbindlich und kann nur durch gesonderten Beschluss der Schulkonferenz geändert werden. Als Teil unseres Schulprogramms evaluieren und aktualisieren wir das Leistungskonzept mindestens alle drei Jahre und versehen es mit einem neuen Stand-Datum.